Mit der offiziellen Stilllegung des Schlachthofes Ende 2006 begann ein Gedanke langsam seine Umsetzung zu finden. Die ersten Schritte wurden unternommen, um das über 7 Hektar große, mitten in der Stadt gelegene ehemalige Schlachthofareal in ein neues Zentrum für Kultur- und Kreativschaffende sowie künstlerisches Gewerbe zu verwandeln. Entstanden ist der Alte Schlachthof Karlsruhe, der heute Künstlern und Kreativen außergewöhnliche Räumlichkeiten und ein Ambiente bietet, das die Verwirklichung innovativer Konzepte und Ideen möglich werden lässt.

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Das Potenzial des Sektors der Kultur- und Kreativwirtschaft hatten bereits viele Städte erkannt, als im Herbst 2007 die Bundesregierung die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft ins Leben rief. Die Stadt Karlsruhe begann mit der rechtlichen und infrastrukturellen Umsetzung der Konversion des Schlachthofareals, das in ein Zentrum für Künstler, kulturelle Einrichtungen und kreatives Gewerbe umgewandelt wird. Als Masterplanprojekt im Handlungsfeld Stadtbild/Städtebau ist die Konversion des Gebietes Alter Schlachthof zum 300-jährigen Bestehen der Stadt im Jahr 2015 weitestgehend abgeschlossen.

Die Ideenfindung und Konzeptentwicklung für das Konversionsgebiet, die der Umsetzungsphase vorausgingen, durchliefen mehrere Stadien. In den Planungsprozess bezog die Stadt Karlsruhe neben Expertinnen und Experten ebenso interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Im Expertenworkshop "Kreativpark Ostaue", der im Februar 2005 abgehalten wurde, erarbeiteten Vertreter der Bürgerschaft zusammen mit den Experten das Leitbild und das Nutzungskonzept für das Areal. Weitere Planungsworkshops und die Internetplattform der Bewerbungsinitiative Karlsruhe 2010 luden im Anschluß daran dazu ein, Ideen, Argumente und unterschiedliche Perspektiven mit einzubringen. Diese wurden im erarbeitenden Leitbild und dem daraus hervorgegangenen städtebaulichen Rahmenplan berücksichtigt und aufgenommen.

Derzeit befindet sich das Masterplanprojekt Alter Schlachthof Karlsruhe in der Umsetzungsphase. Schweinestall, Kaldaunenwäsche, Fettschmelze, Kühlhaus, Pferdeschlachthaus und andere Bestandsgebäude wurden und werden nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert und erfahren eine Umnutzung. Freie Flächen auf dem Viehhof bieten Raum für die noch zu errichtenden Neubauten, die mit den vorhandenen Altbauten einen Spannungsbogen zwischen Alt und Neu, Historie und Moderne erzeugen. Wo einst mit lebenden Tieren gehandelt, Fleisch produziert und verkauft wurde, entstehen heute weiterhin urbane Ateliers, Werkstätten, Büros und Studios.

Unter der Projektleitung der Karlsruher Fächer GmbH & Co. Stadtentwicklungs-KG werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt , der Wirtschaftsförderung und dem Verein "ausgeschlachtet e.V." bei der Konversion des Alten Schlachthofes vor allem folgende Ziele verfolgt:

  • Die Schaffung von Raum für Kreative und Kulturschaffende und damit auch die Bündelung von vorhandenem Potenzial.
  • Das Ermöglichen von Synergien.
  • Die Bereitstellung von öffentlichem Raum, der zum Aufhalten, Weiterbewegen und zum Kommunizieren einlädt.
  • Das Herstellen von Experimentierraum für ein neuartiges Verkehrskonzept, einem shared space, in dem Fußgänger, Radfahrer und PKW-Fahrer gleichberechtigt sind und in dem Verkehrsflächen und Parkplätze auch als temporärer Veranstaltungsraum mit rauem Hofcharakter bespielt werden können.
  • Durch die Umnutzung von bereits Bestehendem und der Ansiedlung von innovativen und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen das Betreiben einer nachhaltigen, im Sinne von dauerhaften Stadtentwicklung.

Der Alte Schlachthof ist heute vor allem eines: eine Plattform, die die Nutzerinnen und Nutzer frei und kreativ gestalten können und damit dem Areal auf individuelle Art neues Leben einhauchen. Den geeigneten Rahmen hierzu gibt das gestalterische Grundkonzept, das in einem Gestaltungshandbuch festgehalten wurde. Dieses sieht vor, den Alten Schlachthof mit seinen charakteristischen Merkmalen so weit wie möglich zu erhalten und seine Identität durch gezielte Akzentsetzung zu unterstreichen. Es ist die einzigartige Verbindung von Ästhetik und Funktionalität, die das Gelände auszeichnet und Raum für die eigene Interpretation offen lässt und damit der Kultur- und Kreativwirtschaft auf besondere Art und Weise Möglichkeiten bietet.

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Weiterführende Informationen

  • Einzelne historische Meilensteine in der Entwicklung des Areals mit dazugehörigem Bildmaterial können Sie unter Geschichte einsehen.
  • Weitere Informationen zur Karlsruher Fächer GmbH finden Sie auf der offiziellen Unternehmens-Website
  • Welche Branchen konkret unter der Kreativ- und Kulturwirtschaft gefasst werden und welche Ziele die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung verfolgt, können Sie hier nachlesen.